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Jahresarbeiten der 8. Klasse

Bees and Trees

Bienen an unserer Schule

Seit nun genau einem Jahr gibt es auf dem Schulgelände einen kleinen Bienengarten. Angeschafft wurden aus Basargeldern zunächst zwei Völker, die aus ihren alten „konventionellen“ Beuten in besonders bienenfreundliche Behausungen umgesiedelt wurden. Bald darauf bekamen wir von Familie Schuhmacher, die die Imkerei aufgab, ein weiteres Bienenvolk und Ausrüstung geschenkt. Von allen drei Völkern konnte letzten Sommer mit Kindern verschiedener Klassen erster Schulhonig geerntet, geschleudert, probiert und in Gläser abgefüllt werden. Im Handumdrehen war der Honig in der Schulgemeinschaft verkauft, nur ein paar wenige Gläser konnten für den Basar „gerettet“ werden. Mit dem Erlös haben wir Imkeranzüge in verschiedenen Kindergrößen angeschafft, damit noch mehr Kinder bei der Arbeit mit den Bienen helfend tätig werden können.

Bedauerlicherweise haben es nur zwei Bienenvölker durch den Winter geschafft. Gerne wollen wir aber mehr Bienenvölker auf dem Schulgelände halten. Die Schüler des praktischen Zuges der Oberstufe bauen mit Herrn Wenderoth gerade weitere Bienenbeuten. Wenn die Bienen dann im Mai-Juni bereit sind zu schwärmen, das heißt, sich zu vermehren, dann wollen wir unsere Schulimkerei mit den selbstgebauten neuen Bienenkästen erweitern.

Leider geht die Vermehrung der Bienenvölker immer auf Kosten des Honigertrages, aber diesen Aspekt können wir gerne etwas vernachlässigen, denn im Vordergrund unseres Tuns sollen die Kinder stehen. Sie sollen das Leben der Bienen kennenlernen, sie genau beobachten, sie pflegen und die einzelnen Arbeitsschritte im Gang durch das Jahr mithelfend begleiten. Es ist immer etwas Besonderes, wenn man mit einer Gruppe von Kindern, ganz egal welchen Alters, am Bienenkasten steht, ihn behutsam öffnet und ein wenig dem geheimnisvollen Leben der Bienen nachspüren kann. Alle sind dann Staunende und auch für die Erfahrenen gibt es immer wieder Vieles zu entdecken. Neue Fragen tun sich auf, aus denen oft interessante Gespräche entstehen. Besonders wenn man weniger die einzelnen Bienen betrachtet, sondern das Volk als Ganzes in das Zentrum der Beobachtung rückt, können wir Menschen, gerade was das Soziale angeht, viel von den Bienen auf eine ganz unmittelbar erlebbare Weise lernen.

Ganz nebenher tragen wir mit unserem Bienengarten auch im Rahmen der 2019 anstehenden „Waldorf-100“ Feierlichkeiten zur Erfüllung einer der Kernprojekte bei. Der Bund der Freien Waldorfschulen schreibt dazu: „An allen unseren Einrichtungen weltweit wollen wir Honigbienen wesensgemäß halten und Wildbienenpopulationen fördern. Schülerinnen und Schüler aller Altersgruppen sollen intensiv daran teilhaben, von Unter- bis Oberstufe, vom Honigernten bis zu komplexen Forschungsaufträgen, vom Pflanzen von Bienenweide bis zur Bereitung von Nistplätzen für Wildbienen. Die Erde soll wieder ein Ort werden, an dem die Bienen leben können.“

Persönlich habe ich mich sehr über das rege Interesse der Schüler, Eltern und Kollegen an den Bienen gefreut und hoffe nun, dass unser Schulbienenprojekt weiterhin so wohlwollend begleitet wird und in die Zukunft hinein kräftig wachsen und gedeihen kann.

Philipp Muzzulini, April 2018